Onlinestore · Daten ordnen

Produktdaten für einen Onlinestore richtig vorbereiten

Autor
Widmer & Kunz Redaktion
Erstellt
Aktualisiert
Lesedauer
9 Minuten · 1’611 Wörter
Rote Produktkarte mit Feldern für Name, Preis, Bild und Varianten, die aus einer Tabelle befüllt wird

Ein Onlinestore ist nur so gut wie die Angaben zu seinen Produkten. Kundinnen und Kunden können ein Produkt nicht anfassen. Sie entscheiden anhand von Bildern, Namen, Beschreibungen, Preisen und technischen Angaben. Fehlt etwas oder widersprechen sich Angaben, steigt die Unsicherheit und mit ihr die Zahl der Rückfragen.

Dieser Artikel geht Feld für Feld durch, was ein Produkt im Shop braucht, wer die Angaben liefert und wo typische Fehler entstehen. Er hilft Ihnen, die Daten so vorzubereiten, dass ein Import gelingt und die Pflege später einfach bleibt.

Produktname, Beschreibung, Preis und Artikelnummer

Der Produktname sollte das Produkt so benennen, wie Ihre Kundschaft danach sucht. Interne Kürzel oder Lieferantenbezeichnungen gehören in ein separates Feld. Ein guter Name ist eindeutig, nicht zu lang und unterscheidet ähnliche Produkte voneinander. Varianten wie Farbe oder Grösse stehen meist nicht im Namen, sondern als Option.

Die Beschreibung erklärt Nutzen, Einsatz und Besonderheiten. Kopierte Herstellertexte sind verbreitet, aber sie stehen oft auf vielen anderen Websites identisch. Eigene Texte, die auf Fragen Ihrer Kundschaft eingehen, sind hilfreicher. Eine klare Gliederung mit kurzem Einstieg und Stichpunkten für technische Details erleichtert das Lesen auf dem Smartphone.

Preise und Artikelnummern wirken einfach, verursachen aber häufig Fehler. Klären Sie, ob Preise inklusive Mehrwertsteuer erfasst werden, wie Aktionspreise gepflegt werden und ob jede Variante eine eigene Artikelnummer erhält. Die Steuerbehandlung legen Sie oder Ihre Treuhand fest. Eine einheitliche Artikelnummer ist die Grundlage für spätere Importe und Schnittstellen.

Die Struktur eines Produkts

Nicht jedes Feld ist bei jedem Produkt nötig. Die folgende Grafik unterscheidet zwischen Pflichtangaben, die jedes Produkt braucht, optionalen Angaben, die den Verkauf unterstützen, und systemabhängigen Angaben, deren Verfügbarkeit vom gewählten Shopsystem abhängt.

Produktfelder und Zuständigkeiten
ProduktfeldBeispielVerantwortlich · PflichtTypische Fehlerquelle
NameWanderrucksack 30 LiterUnternehmen · Pflichtinterne Kürzel statt Kundensprache
BeschreibungEinsatz, Material, PflegeUnternehmen · Pflichtkopierter Herstellertext
Preisnach Ihrer PreislisteUnternehmen · Pflichtunklar, ob inklusive Steuer
Artikelnummereindeutiger Code pro VarianteUnternehmen · Pflichtdoppelte oder fehlende Nummern
KategorieRucksäcke, Wanderngemeinsam · Pflichtuneinheitliche Zuordnung
VariantenFarbe, GrösseUnternehmen · optionalfehlende Bilder je Variante
Gewichtfür VersandregelnUnternehmen · je nach Versandleer oder geschätzt
DokumenteAnleitung, DatenblattUnternehmen · optionalveraltete Fassungen

Kategorien und Varianten

Kategorien helfen beim Stöbern, Filter beim gezielten Suchen. Beide funktionieren nur, wenn die Zuordnung konsequent ist. Legen Sie fest, ob ein Produkt in mehreren Kategorien erscheinen darf und wie tief die Struktur geht. Drei Ebenen sind für die meisten Sortimente ausreichend. Shopify nennt Produktgruppen Kollektionen, die sich auch automatisch nach Merkmalen füllen lassen.

Varianten entstehen aus Optionen wie Grösse, Farbe oder Material. Jede Kombination kann eine eigene Artikelnummer, einen eigenen Preis, einen eigenen Bestand und eigene Bilder haben. WooCommerce bildet das über variable Produkte ab, Wix über Produktoptionen. Wie viele Optionen und Kombinationen erlaubt sind, unterscheidet sich je nach System und ist vor der Umsetzung zu prüfen.

Produktbilder und Bildbeschreibungen

Gute Produktbilder zeigen das Produkt vollständig, in einheitlichem Licht und auf ruhigem Hintergrund. Ergänzende Bilder zeigen Details, Grössenverhältnisse oder das Produkt im Einsatz. Einheitliche Seitenverhältnisse sorgen dafür, dass Kategorieseiten ruhig wirken. Klären Sie früh, ob Bilder bereits vorhanden sind, vom Hersteller stammen oder neu fotografiert werden müssen, und ob Sie die nötigen Nutzungsrechte haben.

Jedes Bild braucht einen beschreibenden Alternativtext. Er hilft Menschen, die einen Screenreader nutzen, und gibt Suchmaschinen Hinweise auf den Inhalt. Google empfiehlt in den Hinweisen zu Bildern beschreibende Dateinamen und Alternativtexte. Ein Alternativtext beschreibt, was zu sehen ist, und wiederholt nicht einfach den Produktnamen.

Bestand, Gewicht, Versand und technische Daten

Wenn der Shop Bestände führt, muss jemand sie aktuell halten. Klären Sie, ob der Bestand im Shop gepflegt wird, aus einem anderen System kommt oder gar nicht angezeigt werden soll. Ein falscher Bestand führt zu Bestellungen, die nicht geliefert werden können, und damit zu enttäuschter Kundschaft.

Gewicht und Abmessungen sind nötig, wenn Versandkosten danach berechnet werden. Auch wenn Sie heute mit einer Pauschale arbeiten, lohnt es sich, Gewichte zu erfassen. So bleibt eine spätere Umstellung möglich. Für sperrige Produkte oder Produkte, die nur abgeholt werden können, braucht es eigene Versandinformationen.

Technische Daten wie Masse, Leistung, Material oder Kompatibilität gehören in strukturierte Felder statt in den Fliesstext. So lassen sie sich als Filter nutzen und einheitlich darstellen. Downloads wie Anleitungen oder Datenblätter werden als Dokument angehängt und regelmässig auf Aktualität geprüft.

Suchmaschinen Titel und Beschreibung

Für jede Produktseite lassen sich ein eigener Seitentitel und eine Beschreibung für Suchmaschinen hinterlegen. Diese Angaben erscheinen oft in den Suchergebnissen. Sie sollten das Produkt klar benennen und einen konkreten Nutzen nennen. Ein Muster pro Produktgruppe spart Zeit, sollte aber nicht zu identischen Texten führen.

Strukturierte Produktdaten können Suchmaschinen zusätzlich über Preis und Verfügbarkeit informieren. Google beschreibt das unter Product Structured Data. Viele Shopsysteme erzeugen diese Angaben automatisch aus den Produktfeldern, wenn diese vollständig sind. Eine bestimmte Darstellung in den Suchergebnissen kann niemand garantieren. Wer gezielt an Sichtbarkeit arbeitet, findet mehr unter SEO.

Wenn Sie die Integration Ihrer Produkte besprechen möchten, schildern Sie uns Sortiment und Datenlage.

Unverbindlich anfragen

Beschreibungen, die Fragen beantworten

Eine gute Produktbeschreibung entsteht aus den Fragen, die Ihr Verkaufsteam täglich beantwortet. Wofür eignet sich das Produkt, für wen nicht, wie wird es gepflegt, was ist im Lieferumfang enthalten? Sammeln Sie diese Fragen, bevor Sie Texte schreiben. Sie zeigen, welche Informationen im Shop fehlen und welche Angaben Unsicherheit beim Kauf auslösen.

Bewährt hat sich ein fester Aufbau: ein kurzer Einstieg mit dem wichtigsten Nutzen, danach Stichpunkte zu Merkmalen und am Schluss Angaben zu Pflege, Lieferumfang oder Kompatibilität. Ein einheitlicher Aufbau erleichtert das Vergleichen ähnlicher Produkte und macht die Pflege für Ihr Team einfacher. Wiederkehrende Angaben wie Versandhinweise gehören besser auf eine zentrale Seite als in jede Beschreibung.

Achten Sie auf eine einheitliche Sprache: dieselben Begriffe für dieselben Dinge, eine konsequente Anrede und klare Masseinheiten. Wenn der Shop mehrsprachig wird, erleichtert ein einheitlicher Ausgangstext auch die Übersetzung.

Ein Produkt im Beispiel erfassen

Mit dem folgenden Beispiel können Sie Angaben zu einem fiktiven Produkt ergänzen und sehen sofort, wie die Produktkarte im Shop wirkt. So erkennen Sie, welche Felder für den ersten Eindruck entscheidend sind. Es werden keine Daten gespeichert oder versendet.

ProdukteditorBeispiel · Eingaben bleiben im Browser und werden nicht gespeichert oder versendet
Variante Farbe
Beispielbild · Rot
Wanderrucksack 30 LiterPreis fehltBeschreibung fehlt: Kundschaft erfährt nicht, wofür das Produkt passt.An Lager · Variante Rot2 von 4 Kernangaben ausgefüllt

Datenqualität und Tabellenimporte

Viele Shopsysteme erlauben den Import von Produkten über eine Tabelle. WooCommerce beschreibt das unter Product CSV Importer and Exporter. Ein Import spart viel Handarbeit, setzt aber eine saubere Tabelle voraus: eine Zeile pro Produkt oder Variante, einheitliche Spaltennamen, keine verbundenen Zellen und konsequente Schreibweisen.

Vor einem grossen Import lohnt sich ein Testlauf mit wenigen Produkten. So zeigt sich, ob Varianten richtig zusammengeführt, Bilder korrekt zugeordnet und Kategorien übernommen werden. Fehler in der Tabelle vervielfachen sich sonst über das ganze Sortiment.

Tabelle vor dem Import prüfen

  • jede Variante hat eine eindeutige Artikelnummer
  • Preise einheitlich mit oder ohne Steuer erfasst
  • Kategorien in identischer Schreibweise
  • Bildnamen stimmen mit den Bilddateien überein
  • keine leeren Pflichtfelder
  • Gewichte in einer einheitlichen Einheit
  • Sonderzeichen und Umlaute korrekt dargestellt
  • Testimport mit wenigen Produkten durchgeführt

Zuständigkeiten, Freigaben und spätere Pflege

Produktdaten entstehen selten an einem Ort. Preise kommen aus dem Verkauf, Gewichte aus dem Lager, Beschreibungen aus dem Marketing. Legen Sie fest, wer welches Feld liefert und wer die Daten vor dem Import freigibt. Im Rahmen eines Projekts übernimmt Widmer & Kunz die Integration nach vereinbartem Umfang. Die fachliche Richtigkeit der Angaben bleibt in Ihrer Verantwortung.

Nach dem Start geht die Arbeit weiter: neue Produkte, Preisänderungen, ausverkaufte Artikel. Bewährt hat sich ein fester Rhythmus, in dem Preise, Bestände und Dokumente überprüft werden, zum Beispiel bei jedem Saisonwechsel oder nach einer neuen Lieferantenliste. Planen Sie dafür Zeit ein und legen Sie fest, wer im Shop Rechte zum Bearbeiten hat. Shopify erlaubt zum Beispiel Berechtigungen pro Person. Eine kurze Schulung zur Produktpflege lohnt sich, wie sie im Artikel So läuft ein Shopprojekt ab beschrieben ist. Welche Rolle die Daten für den Aufwand spielen, zeigt Was kostet ein professioneller Onlinestore in der Schweiz?.

Wenn Sie ein bestehendes Sortiment übernehmen möchten, kann eine Onlinestore Analyse zuerst zeigen, wo Daten unvollständig sind. Für einen neuen Shop beginnt die Arbeit auf der Seite Onlinestore erstellen.

Zusammenfassung

  • Produktnamen sollten der Sprache Ihrer Kundschaft folgen, nicht internen Kürzeln.
  • Eindeutige Artikelnummern pro Variante sind die Grundlage für Importe und Schnittstellen.
  • Bilder brauchen einheitliche Formate, geklärte Rechte und beschreibende Alternativtexte.
  • Technische Daten gehören in strukturierte Felder, damit sie als Filter dienen können.
  • Ein Testimport mit wenigen Produkten verhindert Fehler im ganzen Sortiment.
  • Die fachliche Freigabe der Daten liegt bei Ihrem Unternehmen.

Häufige Fragen

Kann ich Herstellertexte übernehmen?

Das ist möglich, sofern Sie die Rechte dazu haben. Eigene Texte, die auf Fragen Ihrer Kundschaft eingehen, sind aber hilfreicher und unterscheiden Ihren Shop von anderen Anbietern desselben Produkts.

In welchem Format soll ich Produktdaten liefern?

Am einfachsten ist eine Tabelle mit einer Zeile pro Produkt oder Variante und klaren Spaltennamen. Welches Format genau passt, hängt vom Shopsystem ab. Wir klären das zu Beginn des Projekts.

Muss ich Gewichte erfassen, wenn ich eine Versandpauschale habe?

Nicht zwingend, aber es ist empfehlenswert. Mit erfassten Gewichten bleibt eine spätere Umstellung auf gewichtsabhängige Versandkosten ohne grosse Nacharbeit möglich.

Wer schreibt die Alternativtexte für Bilder?

Das wird im Projekt vereinbart. Wichtig ist, dass die Texte beschreiben, was auf dem Bild zu sehen ist. Bei grossen Sortimenten lohnt sich ein einheitliches Muster pro Produktgruppe.

Wie viele Produkte werden im Projekt integriert?

Das legen wir im Umfang fest. Häufig werden die Produkte im Projekt integriert und Sie ergänzen weitere selbst, nachdem Sie in der Schulung die Verwaltung kennengelernt haben.

Was passiert, wenn Daten nach dem Import fehlerhaft sind?

Kleinere Korrekturen lassen sich direkt im Shop vornehmen. Bei vielen Fehlern ist es meist einfacher, die Tabelle zu korrigieren und neu zu importieren. Ein Testimport zu Beginn verringert dieses Risiko deutlich.

Quellen

  1. CollectionsShopify · geprüft am 05.11.2026
  2. Variable ProductsWooCommerce · geprüft am 05.11.2026
  3. Product CSV Importer and ExporterWooCommerce · geprüft am 05.11.2026
  4. Image SEO Best PracticesGoogle · geprüft am 05.11.2026
  5. Intro to Product Structured Data on GoogleGoogle · geprüft am 05.11.2026
  6. Store permissionsShopify · geprüft am 05.11.2026

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