Onlinestore · Aufwand verstehen
Was kostet ein professioneller Onlinestore in der Schweiz?

Die Frage nach dem Preis eines Onlinestores lässt sich ehrlich nur mit einer Gegenfrage beantworten: Was soll der Shop leisten? Ein Laden mit zwanzig klar beschriebenen Produkten und einer Versandart ist ein anderes Projekt als ein Sortiment mit Varianten, mehreren Sprachen und einer Anbindung an die Lagerverwaltung.
Dieser Artikel zeigt Ihnen, welche Bereiche den Aufwand bestimmen, welche Kosten einmalig und welche laufend anfallen und welche Angaben eine realistische Offerte braucht. Sie finden hier bewusst keine Pauschalpreise, denn diese würden bei fast jedem Projekt entweder zu hoch oder zu tief liegen.
Einfacher Shop oder umfangreiches Verkaufssystem
Der grösste Kostentreiber ist selten die Gestaltung allein. Entscheidend ist, wie viele Abläufe der Shop abbilden muss. Ein einfacher Shop verkauft wenige Produkte an Kundschaft in der Schweiz, nimmt Zahlungen über einen Anbieter entgegen und verschickt mit einer klaren Versandregel. Ein umfangreiches Verkaufssystem verknüpft dagegen Lager, Buchhaltung, mehrere Märkte und unterschiedliche Kundengruppen.
Zwischen diesen Polen liegen die meisten Projekte. Häufig beginnt ein Unternehmen klein und erweitert später. Das ist sinnvoll, solange die Grundlage so gewählt wird, dass spätere Schritte möglich bleiben. Wer bereits weiss, dass in zwei Jahren eine zweite Sprache oder ein Grosshandelsbereich folgen soll, sollte das in der Planung erwähnen, auch wenn es heute noch nicht umgesetzt wird.
| Anforderung | Einfacher Shop | Wachsender Shop | Umfangreicher Shop |
|---|---|---|---|
| Sortiment | überschaubar, wenige Varianten | mehrere Kategorien, Varianten | breit, viele Varianten und Attribute |
| Produktdaten | liegen sauber vor | teilweise zu ergänzen | aus mehreren Quellen zu vereinheitlichen |
| Zahlung und Versand | ein Anbieter, eine Regel | mehrere Methoden und Zonen | Regeln nach Produkt, Gebiet und Kundengruppe |
| Sprachen | eine Sprache | eine bis zwei Sprachen | mehrere Sprachen und Währungen |
| Schnittstellen | keine | einzelne Erweiterungen | Anbindung an Lager, Buchhaltung oder ERP |
| Betreuung | Schulung zur Selbstpflege | Schulung und punktuelle Hilfe | laufende Betreuung und Weiterentwicklung |
Die Tabelle nennt bewusst keine Produktzahlen. Hundert einfache Artikel ohne Varianten können weniger Arbeit verursachen als zwanzig erklärungsbedürftige Produkte mit vielen Optionen und technischen Daten.
Produkte, Produktdaten und Datenbereinigung
Bei vielen Shopprojekten fliesst mehr Zeit in die Produktdaten als erwartet. Jedes Produkt braucht einen verständlichen Namen, eine Beschreibung, Bilder, einen Preis, eine Artikelnummer und eine Zuordnung zu Kategorien. Je nach Sortiment kommen Gewicht, Abmessungen, Materialangaben oder Dokumente dazu.
Liegen diese Angaben bereits vollständig und einheitlich in einer Tabelle vor, kann ein Import viel Handarbeit sparen. Stammen sie aus verschiedenen Listen, alten Katalogen und Lieferantendateien, beginnt die Arbeit mit einer Bereinigung: doppelte Einträge entfernen, Schreibweisen vereinheitlichen und fehlende Angaben ergänzen. Diesen Schritt kann niemand ausser Ihnen fachlich freigeben, denn nur Sie kennen Ihre Produkte genau.
Was Sie als Unternehmen liefern
- Produktliste mit Namen, Preisen und Artikelnummern
- Beschreibungen oder Stichworte, aus denen Beschreibungen entstehen
- Produktbilder in ausreichender Qualität oder Klarheit, wer sie erstellt
- Angaben zu Varianten, Bestand und Versandgewicht
- rechtliche Inhalte wie Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung
Mehr zur Vorbereitung finden Sie im Artikel Produktdaten für einen Onlinestore richtig vorbereiten.
Design, Varianten, Kategorien und Filter
Ein individuelles Design passt Farben, Schriften, Bildsprache und Seitenaufbau an Ihre Marke an. Der Aufwand hängt davon ab, wie stark von einer bestehenden Vorlage abgewichen wird und wie viele unterschiedliche Seitentypen gestaltet werden: Startseite, Kategorieseite, Produktseite, Warenkorb, Inhaltsseiten und allenfalls Landingpages für Aktionen.
Varianten wie Grösse, Farbe oder Material wirken auf den ersten Blick klein, ziehen aber Arbeit nach sich. Jede Kombination braucht unter Umständen eigene Bilder, eine eigene Artikelnummer und einen eigenen Bestand. Wie viele Optionen und Kombinationen ein System pro Produkt erlaubt, ist je nach Plattform und Tarif unterschiedlich und vor der Umsetzung zu prüfen.
Kategorien und Filter helfen Ihrer Kundschaft, im Sortiment etwas zu finden. Damit Filter funktionieren, müssen die zugrunde liegenden Merkmale bei allen Produkten gleich gepflegt sein. Ein Filter nach Material nützt nichts, wenn die Hälfte der Produkte kein Material hinterlegt hat. Shopify etwa gruppiert Produkte in Kollektionen, die manuell oder nach Regeln gefüllt werden.
Warenkorb, Kaufprozess, Zahlung und Versand
Der Weg vom Warenkorb bis zur Bestellbestätigung entscheidet darüber, ob ein Kauf zustande kommt. Moderne Shopsysteme bringen einen erprobten Checkout mit. Anpassungen sind möglich, aber nicht unbegrenzt, und manche Funktionen hängen vom gewählten Tarif ab. Rabattcodes, Gutscheine, Produktpakete oder Mindestbestellwerte sind typische Ergänzungen, die eingerichtet und getestet werden wollen.
Bei den Zahlungsmethoden kommen neben der Einrichtung laufende Gebühren der Zahlungsanbieter hinzu. Welche Methoden in der Schweiz zur Verfügung stehen, hängt vom Anbieter ab. Shopify listet die Zahlungsarten für die Schweiz in seiner Hilfe. Die Konditionen sollten Sie vor dem Entscheid direkt beim Anbieter prüfen.
Versandregeln reichen von einer einzigen Pauschale bis zu Regeln nach Gewicht, Warenwert, Gebiet und Produktart. Jede zusätzliche Regel muss eingerichtet, erklärt und im Checkout getestet werden. Der Artikel Versand und Abholung im Schweizer Onlinestore planen geht ausführlich auf diese Entscheidungen ein.
Die Arbeitsbereiche auf einen Blick
Die folgende Übersicht ordnet die Arbeit eines Shopprojekts in sieben Bereiche. Sie hilft Ihnen, eine Offerte zu lesen und zu erkennen, ob ein Bereich fehlt oder bewusst ausgeklammert wurde.
Nicht jeder Bereich ist bei jedem Projekt gleich gross. Bei einem Shop mit fertig aufbereiteten Daten ist der Produktbereich klein, bei einem Shop mit vielen Schnittstellen der Technikbereich gross. Mit dem folgenden Planer können Sie selbst ausprobieren, welche Arbeitsbereiche Ihre Auswahl auslöst.
- Planung und Struktur
- Einrichtung Warenkorb und Checkout
- Tests und Veröffentlichung
- Produktimport
- Versandpauschale einrichten
- Zahlungsanbieter verbinden
- Vorlage an Marke anpassen
- Schulung und Übergabe der Zugänge
Der Planer zeigt bewusst keine Beträge. Er soll Ihnen helfen, das Gespräch für eine Offerte vorzubereiten, und ersetzt keine Einschätzung Ihres konkreten Projekts.
Wenn Sie den Umfang Ihres Shops gemeinsam einschätzen möchten, schildern Sie uns Ihr Sortiment und Ihre Ziele.
Unverbindlich anfragenMehrsprachigkeit, Schnittstellen und Erweiterungen
Ein zweisprachiger Shop bedeutet mehr als eine Übersetzung der Produkttexte. Navigation, Kategorien, Rechtstexte, Systemmeldungen, Bestellbestätigungen und Suchmaschinenangaben brauchen ebenfalls eine zweite Fassung. Dazu kommt die laufende Pflege: Jedes neue Produkt muss in allen Sprachen erfasst werden. Sollen zusätzlich mehrere Währungen angeboten werden, sind Märkte und Preisregeln zu klären.
Schnittstellen verbinden den Shop mit anderen Systemen, etwa mit einer Warenwirtschaft, einer Buchhaltung oder einem Versanddienst. Manche Verbindungen gibt es als fertige Erweiterung, andere brauchen eine eigene Lösung. Erweiterungen verursachen oft monatliche Gebühren und müssen bei Updates mitgeprüft werden. Welche Erweiterung zu welchen Bedingungen verfügbar ist, ist vor der Umsetzung zu prüfen.
Suchmaschinen Grundlagen, Tracking und Datenschutz
Zu einem professionellen Shop gehören saubere Seitentitel, Beschreibungen, sprechende Adressen und beschreibende Bildtexte. Google erklärt diese Grundlagen im SEO Starter Guide. Die Einrichtung ist Teil der Arbeit, eine bestimmte Position in den Suchergebnissen kann aber niemand versprechen. Wer gezielt an Sichtbarkeit arbeiten möchte, plant das als eigene Leistung, etwa als SEO Betreuung.
Statistiken, Werbekonten und Tracking werden nur nach Einwilligung der Besucherinnen und Besucher aktiv. Dafür braucht es ein Einwilligungsbanner, eine passende Datenschutzerklärung und eine saubere technische Umsetzung. Hinweise zu Datenschutzerklärungen veröffentlicht der EDÖB. Die rechtliche Beurteilung Ihrer Texte liegt bei Ihnen oder einer Fachperson, nicht bei der Webagentur.
Plattformkosten, Schulung und laufende Pflege
Neben dem einmaligen Aufwand für Aufbau und Gestaltung fallen laufende Kosten an. Dazu gehören der Tarif der Shopplattform oder das Hosting, Gebühren für Zahlungen, Domain und Firmenmail, Lizenzen für Erweiterungen und allenfalls Bildlizenzen. Welche Funktionen in einem Tarif enthalten sind, beschreibt zum Beispiel Shopify unter Features on all plans. Tarife ändern sich, deshalb gehören sie vor jeder Umsetzung neu geprüft.
Eine Schulung zur Verwaltung lohnt sich fast immer. Wer selbst Produkte ergänzen, Bestellungen bearbeiten und Aktionen anlegen kann, ist im Alltag unabhängiger. Zur Übergabe gehören auch die Zugänge: Der Shop, die Domain und die Zahlungskonten sollten auf Ihr Unternehmen laufen. Für spätere Fragen gibt es die Möglichkeit einer Website Schulung oder einer punktuellen Betreuung.
Laufende Positionen, die Sie einplanen sollten
- Tarif der Shopplattform oder Hosting
- Gebühren der Zahlungsanbieter
- Domain und Firmenmail
- Lizenzen für Erweiterungen und Apps
- Zeit für Produktpflege und Bestellungen
- Aktualisierungen von Rechtstexten nach Ihren Vorgaben
- allfällige Betreuung oder Weiterentwicklung
Fragen für eine realistische Offerte
Je klarer Ihre Ausgangslage beschrieben ist, desto genauer kann eine Offerte ausfallen. Eine unklare Anfrage führt zu einer Offerte mit vielen Annahmen, und Annahmen sind die häufigste Quelle für spätere Missverständnisse. Die folgenden Fragen helfen Ihnen, Ihr Projekt vorab zu ordnen.
Vor dem Offertgespräch klären
- Welche Produkte verkaufen Sie und wie viele Varianten gibt es?
- In welcher Form liegen Produktdaten und Bilder vor?
- Wohin liefern Sie und gibt es eine Abholung?
- Welche Zahlungsmethoden wünschen Sie?
- In welchen Sprachen soll der Shop erscheinen?
- Gibt es bestehende Systeme, mit denen der Shop verbunden werden muss?
- Wer pflegt den Shop nach der Veröffentlichung?
- Gibt es einen gewünschten Zeitpunkt für den Start?
Den Ablauf nach der Offerte beschreibt der Artikel Onlinestore erstellen lassen: So läuft ein professionelles Shopprojekt ab. Wenn Sie noch zwischen Systemen schwanken, hilft der Vergleich von Shopify, Wix und WooCommerce.
Eine Offerte von Widmer & Kunz beschreibt den Umfang immer projektbezogen. Was in einem Projekt sinnvoll war, gilt nicht automatisch für das nächste. Einen Überblick über die Leistung erhalten Sie auf der Seite Onlinestore erstellen.
Zusammenfassung
- Der Aufwand hängt vor allem von Abläufen, Produktdaten und Schnittstellen ab, weniger von der Anzahl Seiten.
- Produktdaten sind oft der grösste Einzelposten und brauchen Ihre fachliche Freigabe.
- Varianten, Versandregeln und Sprachen vervielfachen Einrichtung und Pflege.
- Laufende Kosten für Plattform, Zahlungen und Erweiterungen sind vor der Umsetzung zu prüfen.
- Eine gute Vorbereitung macht die Offerte genauer und reduziert spätere Überraschungen.
Häufige Fragen
Warum nennen Sie keine Pauschalpreise für einen Onlinestore?
Weil zwei Shops mit gleich vielen Seiten völlig unterschiedlich aufwendig sein können. Produktdaten, Varianten, Versandregeln und Schnittstellen bestimmen den Aufwand stärker als die Gestaltung. Eine seriöse Zahl ist erst nach einem Gespräch über Ihr Sortiment möglich.
Welche Kosten fallen nach der Veröffentlichung an?
Typisch sind der Tarif der Plattform oder das Hosting, Gebühren der Zahlungsanbieter, Domain und Firmenmail sowie Lizenzen für Erweiterungen. Dazu kommt Zeit für Produktpflege. Die genauen Beträge hängen von Anbieter und Tarif ab und sind vor der Umsetzung zu prüfen.
Kann ich mit einem kleinen Shop beginnen und später erweitern?
Ja, das ist oft sinnvoll. Wichtig ist, dass Sie geplante Erweiterungen wie eine zweite Sprache oder einen Grosshandelsbereich früh erwähnen. So kann das System so gewählt werden, dass diese Schritte später möglich bleiben.
Wer erstellt die Produktbeschreibungen und Bilder?
Das wird im Projekt vereinbart. Sie liefern mindestens die fachlichen Angaben und geben die Texte frei. Beschreibungen und Bildbearbeitung können als zusätzliche Leistung übernommen werden, wenn das im Umfang festgehalten ist.
Sind Rechtstexte im Aufwand enthalten?
Rechtstexte wie Geschäftsbedingungen oder Datenschutzerklärung liefern Sie oder eine Fachperson. Wir fügen sie im Shop ein und verlinken sie an den nötigen Stellen. Eine rechtliche Beratung ist nicht Teil eines Shopprojekts.
Ist eine Schulung wirklich nötig?
Sie ist nicht zwingend, macht Sie aber im Alltag unabhängiger. Wer selbst Produkte erfasst, Bestellungen bearbeitet und Aktionen einrichtet, braucht weniger externe Hilfe. Umfang und Form der Schulung richten sich nach Ihrem Team.
Quellen
- CollectionsShopify · geprüft am 05.11.2026
- Customer payment methods with Shopify Payments in SwitzerlandShopify · geprüft am 05.11.2026
- Features on all plansShopify · geprüft am 05.11.2026
- SEO Starter Guide: The BasicsGoogle · geprüft am 05.11.2026
- Datenschutzerklärungen im InternetEDÖB · geprüft am 05.11.2026


