Onlinestore · Projekt planen

Onlinestore erstellen lassen: So läuft ein professionelles Shopprojekt ab

Autor
Widmer & Kunz Redaktion
Erstellt
Aktualisiert
Lesedauer
9 Minuten · 1’615 Wörter
Rote Zeitleiste mit Stationen von der Planung über Produkte und Zahlung bis zur Übergabe eines Onlinestores

Ein Onlinestore entsteht nicht in einem Schritt. Zwischen der ersten Idee und der ersten Bestellung liegen Entscheidungen über Sortiment, System, Struktur, Daten, Zahlung, Versand und Rechtstexte. Wer weiss, welche Phase welche Angaben braucht, kann das Projekt besser planen und Wartezeiten vermeiden.

Dieser Artikel führt Sie durch die typischen Phasen eines Shopprojekts. Er zeigt bei jeder Phase, was Sie als Unternehmen beitragen und was eine Agentur übernehmen kann. Die Reihenfolge ist eine Orientierung. In der Praxis laufen manche Schritte parallel.

Ziele, Ausgangslage, Sortiment und Zielgruppen

Am Anfang steht die Frage, was der Shop erreichen soll. Möchten Sie bestehender Kundschaft eine einfache Bestellmöglichkeit bieten, neue Regionen erschliessen oder ein Produkt erstmals online verkaufen? Das Ziel beeinflusst, welche Funktionen nötig sind und welche warten können.

Ebenso wichtig ist das Sortiment. Wie viele Produkte gibt es, wie unterscheiden sie sich und wie oft ändern sie sich? Wer kauft bei Ihnen: Privatpersonen, Firmen oder beide? Eine Firmenkundschaft erwartet vielleicht Rechnungskauf und Staffelpreise, eine Privatkundschaft eine schnelle Zahlung per Karte oder App. Diese Antworten sind die Grundlage für alle weiteren Schritte.

Hilfreich ist auch ein ehrlicher Blick auf die eigenen Ressourcen. Wie viel Zeit kann Ihr Team pro Woche für Bestellungen, Kundenanfragen und neue Produkte aufwenden? Ein Shop, der nicht gepflegt wird, wirkt schnell veraltet. Diese Einschätzung beeinflusst, wie einfach die Verwaltung sein muss und welche Abläufe automatisiert werden sollten.

Anforderungen sammeln und Shopsystem auswählen

Aus Zielen und Sortiment entsteht eine Liste von Anforderungen: Zahlungsmethoden, Versandarten, Sprachen, Varianten, Rabatte, Schnittstellen und Rollen für Mitarbeitende. Es hilft, zwischen Muss, Kann und Später zu unterscheiden. So bleibt der Start schlank, ohne wichtige Erweiterungen zu verbauen.

Erst danach wird das System gewählt. Die Wahl zwischen gehosteten Plattformen und selbst betriebenen Lösungen hängt davon ab, wer Technik und Pflege übernimmt. Eine neutrale Einordnung finden Sie im Artikel Shopify, Wix oder WooCommerce. Tarife und Funktionsgrenzen sind in dieser Phase vor der Umsetzung zu prüfen.

Alle Phasen auf einen Blick

Die folgende Grafik zeigt den gesamten Weg von der ersten Analyse bis zur laufenden Betreuung. Sie hilft Ihnen, den Stand Ihres Projekts einzuordnen.

Projektphasen und Beiträge
PhaseBenötigte AngabenAufgabe des UnternehmensMöglicher Beitrag Widmer & Kunz
AnalyseZiele, Sortiment, ZielgruppenAusgangslage schildernFragen stellen, Anforderungen ordnen
KonzeptMuss und Kann FunktionenPrioritäten festlegenSystemvorschlag, Struktur
DatenProdukte, Bilder, PreiseDaten liefern und freigebenImport vorbereiten, Lücken zeigen
DesignLogo, Farben, BildweltEntwürfe beurteilenGestaltung der Seitentypen
EinrichtungZahlung, Versand, SteuervorgabenKonten eröffnen, Vorgaben bestätigenKonfiguration nach Vorgabe
InhalteTexte, RechtstexteRechtstexte bereitstellenEinfügen und verlinken
TestTestbestellungenAbläufe mitprüfenKaufprozess testen
StartDomain, ZugängeFreigabe erteilenVeröffentlichung, Schulung

Struktur, Navigation und Produktdaten

Bevor gestaltet wird, braucht der Shop eine Struktur. Welche Kategorien gibt es, wie heissen sie und in welcher Reihenfolge erscheinen sie? Eine gute Navigation spiegelt die Art, wie Ihre Kundschaft sucht, nicht die interne Lagerordnung. Inhaltsseiten wie Versandinformationen, Kontakt und Über uns gehören ebenfalls in diese Planung.

Parallel dazu beginnt die Arbeit an den Produktdaten. Das ist häufig die Phase, die am meisten Zeit braucht, weil Angaben gesammelt, vereinheitlicht und freigegeben werden müssen. Wie Sie diese Daten am besten vorbereiten, beschreibt der Artikel Produktdaten für einen Onlinestore richtig vorbereiten.

Design entwickeln und Produkte integrieren

Das Design übersetzt Ihre Marke in die Seitentypen des Shops: Startseite, Kategorie, Produkt, Warenkorb und Inhaltsseiten. Sinnvoll ist es, zuerst eine Produktseite und eine Kategorieseite zu gestalten, weil diese am häufigsten besucht werden. Die mobile Ansicht wird von Anfang an mitgedacht, denn viele Besuche erfolgen auf dem Smartphone.

Zur Gestaltung gehören auch Inhalte, die Vertrauen schaffen: klare Angaben zu Versand und Rückgabe, gut erreichbare Kontaktmöglichkeiten und verständliche Informationen über Ihr Unternehmen. Diese Seiten werden oft unterschätzt, obwohl Kundinnen und Kunden sie vor einem ersten Kauf gezielt aufrufen. Planen Sie dafür eigene Texte ein und nicht nur Platzhalter aus der Vorlage.

Entwürfe werden zuerst als Ansicht vorgestellt und erst nach Ihrer Rückmeldung auf alle Seitentypen übertragen. So lassen sich grundlegende Fragen zu Farben, Schriften und Bildwirkung klären, bevor viel Detailarbeit entsteht. Achten Sie bei der Beurteilung weniger auf persönliche Vorlieben als auf die Frage, ob Ihre Kundschaft Produkte schnell findet und versteht.

Danach werden Produkte integriert, je nach Datenlage per Tabellenimport oder von Hand. Der vereinbarte Umfang legt fest, wie viele Produkte im Projekt integriert werden und welche Sie danach selbst ergänzen. Nach dem Import wird stichprobenweise kontrolliert, ob Varianten, Bilder und Kategorien korrekt zugeordnet sind.

Zahlung, Versand, Inhalte und rechtliche Dokumente

Zahlungskonten werden auf Ihr Unternehmen eröffnet, weil Gelder auf Ihr Konto fliessen. Für die Einrichtung im Shop braucht es Ihre Zugangsdaten oder eine Einladung in das Konto. Versandmethoden, Zonen und Kosten werden nach Ihren Vorgaben eingerichtet. Steuereinstellungen richten wir nach Ihren bestätigten Vorgaben ein, die Beurteilung der Sätze liegt bei Ihnen oder Ihrer Treuhand.

Rechtstexte wie Geschäftsbedingungen, Datenschutzerklärung und Impressum liefern Sie oder eine Fachperson. Sie werden an den nötigen Stellen eingefügt und im Checkout verlinkt. Hinweise zu Datenschutzerklärungen finden Sie beim EDÖB. Eine Rechtsberatung ist nicht Teil des Projekts.

Wenn Sie Ihr Shopprojekt planen möchten, beschreiben Sie uns Ihre Ausgangslage und Ihre Ziele.

Unverbindlich anfragen

Kaufprozess testen, Suchmaschinen Grundlagen und Tracking

Vor der Veröffentlichung werden echte Testbestellungen durchgeführt: mit verschiedenen Zahlungsarten, Versandzonen, Rabattcodes und auf mobilen Geräten. Geprüft werden auch Bestellmails, Lagerabzug und die Ansicht der Bestellung in der Verwaltung. Fehler, die hier auffallen, kosten nach dem Start deutlich mehr Nerven.

Zu den Suchmaschinen Grundlagen gehören Seitentitel, Beschreibungen, sprechende Adressen und Bildtexte, wie sie Google im SEO Starter Guide beschreibt. Statistiken und Werbekonten werden nur nach Einwilligung aktiviert. Wenn Sie später Werbung schalten möchten, kann eine Marketing Analyse den Rahmen klären.

Vor der Veröffentlichung testen

  • Bestellung mit jeder aktivierten Zahlungsart
  • Versand in jede eingerichtete Zone
  • Abholung, falls angeboten
  • Rabattcode und Gutschein
  • Bestellbestätigung und Versandmail
  • Ansicht auf Smartphone und Computer
  • Links zu Rechtstexten im Checkout
  • Einwilligungsbanner und Statistik

Zusammenarbeit, Freigaben und Kommunikation

Ein Shopprojekt lebt von klaren Zuständigkeiten. Auf Ihrer Seite braucht es eine Person, die Entscheidungen treffen und Entwürfe freigeben kann. Wenn mehrere Abteilungen beteiligt sind, etwa Verkauf, Lager und Buchhaltung, lohnt es sich, deren Anliegen früh zu sammeln. Späte Einwände führen sonst zu Umbauten an Stellen, die bereits fertig waren.

Bewährt haben sich feste Freigabepunkte: nach dem Konzept, nach dem Design der wichtigsten Seitentypen, nach dem Produktimport und vor der Veröffentlichung. An diesen Punkten wird geprüft, ob das Ergebnis den Erwartungen entspricht. Änderungen nach einer Freigabe sind möglich, sollten aber bewusst entschieden und im Umfang festgehalten werden.

Was eine gute Zusammenarbeit erleichtert

  • eine verantwortliche Ansprechperson mit Entscheidungsbefugnis
  • gesammelte Rückmeldungen statt vieler Einzelnachrichten
  • Unterlagen in einem gemeinsamen Ordner
  • realistische Fristen für Ihre eigenen Lieferungen
  • früh geklärte Zugänge zu Domain, Zahlungs- und Versandkonten

Gerade die Zugänge verzögern viele Projekte. Wenn Domain, Firmenmail oder Zahlungskonto bei verschiedenen Personen oder Anbietern liegen, lohnt es sich, diese Informationen zu Beginn zusammenzutragen. Bei Fragen zur Mailadresse hilft die Leistung Firmenmail.

Typische Stolpersteine und wie Sie sie vermeiden

Die meisten Verzögerungen entstehen nicht durch Technik, sondern durch fehlende Unterlagen. Produktbilder, die erst noch fotografiert werden müssen, Rechtstexte, die bei der Fachperson liegen, oder Preise, die noch nicht feststehen, halten den ganzen Ablauf auf. Ein realistischer Zeitplan berücksichtigt diese Abhängigkeiten von Anfang an.

Ein zweiter Stolperstein sind wachsende Wünsche während des Projekts. Neue Ideen sind willkommen, sie sollten aber nicht unbemerkt den Umfang verändern. Halten Sie zusätzliche Wünsche auf einer Liste für einen späteren Ausbau fest. So bleibt der Start planbar, und die Ideen gehen nicht verloren. Ein dritter Punkt ist die Pflege: Wer nach dem Start keine Zeit für neue Produkte und Bestellungen einplant, verliert schnell den Überblick.

Wo steht Ihr Projekt?

Nicht jedes Projekt beginnt bei null. Vielleicht haben Sie bereits Produktfotos, eine Domain oder ein gewähltes System. Mit dem folgenden Beispiel können Sie markieren, was schon vorhanden ist, und sehen, welche Schritte als nächstes sinnvoll sind.

Projektstand einordnenBeispiel · lokal, nichts wird gespeichert
Nächste sinnvolle Schritte (0 von 8 vorhanden)
  1. Anforderungen in Muss, Kann und Später ordnen
  2. Shopsystem anhand der Anforderungen auswählen
  3. Produktdaten sammeln und vereinheitlichen
Noch fehlende Unterlagen: kurze Beschreibung von Zielen und Sortiment · Liste der benötigten Funktionen · Produkttabelle mit Preisen und Artikelnummern · Bilddateien mit eindeutigen Namen · Logo, Farben, Schriften · Zugang oder Einladung ins Zahlungskonto · Geschäftsbedingungen, Datenschutzerklärung, Impressum · Zugang zur Domainverwaltung

Veröffentlichung, Schulung, Übergabe und Pflege

Die Veröffentlichung verbindet den Shop mit Ihrer Domain und schaltet ihn für die Öffentlichkeit frei. Danach lohnt es sich, die ersten Bestellungen besonders aufmerksam zu begleiten. Mehr zur Domain finden Sie unter Domain Support.

In der Schulung lernen Sie und Ihr Team, Produkte zu ergänzen und zu bearbeiten, Bestellungen abzuwickeln und Aktionen anzulegen. Zur Übergabe gehören alle Zugänge, damit Shop, Domain und Konten auf Ihr Unternehmen laufen. Für spätere Fragen gibt es eine Website Schulung oder eine Betreuung nach Vereinbarung. Welche Kosten im Betrieb anfallen, beschreibt der Artikel Was kostet ein professioneller Onlinestore in der Schweiz?.

Zusammenfassung

  • Ziele und Sortiment kommen vor der Systemwahl.
  • Produktdaten brauchen oft am meisten Zeit und Ihre Freigabe.
  • Zahlungskonten, Steuervorgaben und Rechtstexte liegen in Ihrer Verantwortung.
  • Echte Testbestellungen vor dem Start verhindern spätere Probleme.
  • Schulung und vollständige Übergabe der Zugänge machen Sie unabhängig.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Shopprojekt?

Das hängt stark von Umfang und Datenlage ab. Liegen Produktdaten, Bilder und Rechtstexte bereit, geht es deutlich schneller. Einen realistischen Zeitplan erstellen wir nach dem ersten Gespräch.

Was muss ich selbst vorbereiten?

Produktdaten, Bilder oder Klarheit über deren Erstellung, Rechtstexte, Zahlungskonten und Vorgaben zu Versand und Steuern. Ausserdem braucht es jemanden, der Entwürfe beurteilt und freigibt.

Wer eröffnet die Zahlungskonten?

Die Konten laufen auf Ihr Unternehmen, weil Zahlungen auf Ihr Konto fliessen. Wir unterstützen bei der Einrichtung im Shop, sobald die Konten bestehen.

Können Sie die Rechtstexte schreiben?

Nein, Rechtstexte liefern Sie oder eine Fachperson. Wir fügen sie im Shop ein und verlinken sie an den richtigen Stellen.

Was passiert nach der Veröffentlichung?

Sie erhalten eine Schulung und alle Zugänge. Danach können Sie den Shop selbst pflegen oder eine Betreuung vereinbaren.

Kann ich das Projekt in Etappen umsetzen?

Ja. Häufig startet ein Shop mit den wichtigsten Funktionen, weitere Sprachen oder Schnittstellen folgen später. Wichtig ist, dass das System diese Schritte zulässt.

Quellen

  1. SEO Starter Guide: The BasicsGoogle · geprüft am 05.11.2026
  2. Datenschutzerklärungen im InternetEDÖB · geprüft am 05.11.2026
  3. Shopify CheckoutShopify · geprüft am 05.11.2026

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